Netzbaukunst

Was ist Informationsarchitektur?

Umfangreiche Websites können zu einem Schlamassel werden, wenn wir bei ihrer Planung nicht geordnet vorgehen. Der Begriff Informationsarchitektur steht für ein solches Vorgehen aber auch für das, was dabei heraus kommt.

Eine gelungene Website hat in der Regel eine gute Informationsarchitektur. Die Güte der Informationsarchitektur einer Website lässt sich am besten an deren Benutzbarkeit messen. Verirren wir uns in Popup-Fenstern, wenn wir auf einen Link klicken? Werden wir in einer unbekannten Sprache begrüßt? Oder behalten wir stets die Übersicht und finden die Information, die wir wollen, schnell und komfortabel? Solche Fragen sollte ein Informationsarchitekt stellen und beantworten können.

Wir wollen nun den Begriff der Informationsarchitektur in verdauliche Brocken zerkleinern. Der erste Brocken ist der schwerste. Er heißt Inhalt und wir sollten ihm zuallererst unsere Aufmerksamkeit widmen. Erst wenn wir wissen, was unsere Website enthalten soll, können wir die Nummer zwei in Angriff nehmen: die Struktur. Sie weist den Inhalten ihren Platz zu. Inhalt und Struktur sind schon die halbe Miete beim Planen einer Website. Jetzt können wir zum dritten Brocken übergehen, der Bezeichung (engl.: labeling) der einzelnen Inhalte. Zuguterletzt bleibt noch eins übrig: die Navigation.

Klar sollte sein, dass alle vier Teile unserer Informationsarchitektur aufeinander zurückwirken. Die vorgeschlagene Reihenfolge ist jedoch die bewährteste, weil sie uns vom Allgemeinen zum Konkreten führt und, weil konkret immer bedeutet, dass es ein Ergebnis gibt.

Denkanstöße für Informationsarchitekten

Bringen Sie Ihre eigene Erfahrung ein. Denkarbeit kann nie nach einem Schema geleistet werden, sonst könnte sie auch ein Computer machen.

Inhalt

Struktur

Bezeichnung oder Labeling

Navigation (Nutzerführung)

Wie krieg ich das alles nur gebacken?

Unsere Checkliste ist eine große Hilfe bei der Suche nach einer geeigneten Informationsarchitektur. Um die Arbeit aber fehlerfrei und lückenlos auszuführen, sollten wir sie in überschaubare Phasen einteilen. Jede dieser Phasen kann dann nacheinander abgearbeitet, dokumentiert und, was manchmal noch wichtiger ist, dem Kunden berechnet werden. Wenn die Möglichkeit besteht, dass eine andere Partei unsere Arbeit vollenden soll, sind Phasen unumgänglich. Wenn wir vorher keine Phasen definiert haben, wie sollen wir dann Teilleistungen in Rechnung stellen.

Nochmal im Klartext: Wir haben einen Auftrag über die Konzeption einer kompletten Website zu einem bestimmten Preis angenommen. Wir machen eine anfängliche Analyse und präsentieren Sie dem Kunden, um unser großes Konzept vorzubereiten. Doch unser Kunde reagiert unerwartet und bläst die ganze Sache aus finanziellen Gründen ab. Damit ist klar, dass er nicht einmal unsere Analyse bezahlen will.

Hätten wir als erste Phase unserer Arbeit eine Analyse verkauft, wären alle Ausflüchte des Kunden zwecklos. Arbeit geliefert = Rechnung fällig. Natürlich hat eine in Phasen geordnete Arbeitsweise auch für den Kunden Vorteile. Er weiss dadurch, dass er nicht gezwungen ist, das gesamte Projekt von uns machen zu lassen. Die Abgeschlossenheit der einzelnen Phasen erlaubt es ihm, an deren Ende beliebig Stop oder Weiter zu sagen. Ist er mit uns zufrieden, wird er weitermachen. So wird schrittweise Vertrauen aufgebaut.

Hier sind nun die Phasen, die sich für die Arbeit an größeren Webprojekten bewährt haben. Sie lauten Analyse, Grobkonzept, Feinkonzept und Realisierung und werden im folgenden stichpunkartig erläutert.

Analyse

Grobkonzept

Feinkonzept

Realisierung